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Cr ist ein Schlüsselelement um die Beständigkeit von Fe-, Ni- und Co-Basislegierungen gegenüber wässriger Korrosion und Verzunderung zu erhöhen. Diese erhöhte Beständigkeit wird u.a. auf die Bildung eines Cr-reichen Oxids vom Typ Korund (Cr2O3) zurückgeführt, dass als geschlossene Schicht vor fortlaufender Reaktion der Legierung mit der Umgebung schützt. Hinsichtlich der Elementverteilung und gebildeten Oxidphasen ergibt sich jedoch für die frühen Stadien der Oxidation ein weitaus komplexeres Bild. So wurden in der durchgeführten Studie für insgesamt sieben Fe-, Ni- und Co-Basislegierungen mit Cr-Gehalten ≥ 15 Gew.% nach Oxidation an Luft (400 °C, min. 1 h) Oxidphasen vom Korund-Typ, Spinell-Typ als auch der Natriumchlorid-Struktur nachgewiesen. Unabhängig von der Kristallstruktur der Oxide zeigten aber alle Legierungen zwei bisher in der Literatur nicht systematisch aufgezeigte Parallelen; i) die gebildeten Oxidschichten mit einer Dicke von wenigen Nanometern (< 20 nm) bestehen jeweils zunächst aus einer Monolage von vorwiegend kristallinen Oxidkörnern; ii) die Oxidkörner zeigen hinsichtlich der Elementverteilung eine Mehrlagigkeit mit einer stets Cr-reichen inneren Lage angrenzend zum Metall und einer äußeren Cr-armen Lage. Die Ergebnisse zur Struktur und Elementverteilung wurden integral mittels Röntgendiffraktometrie im streifenden Einfall in Kombination mit Glimmentladungsspektroskopie sowie lokal mittels hochauflösender Transmissionselektronenmikroskopie abgebildet. Aufgrund der dargestellten Gemeinsamkeiten innerhalb der Cr-haltigen Legierungen wird ein gemeinsamer Wachstumsmechanismus für die frühen Oxidationsstadien diskutiert und insbesondere die Bedeutung von Cr bei der Strukturbildung eingeordnet.