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Kaltarbeitsstähle des Legierungssystems Fe-0,4C-1B-Cr nutzen das Element Bor zur Hartphasenbildung. Bor soll es ermöglichen, die Gehalte karbidbildender Elemente sowie Kohlenstoffes (C) so weit zu reduzieren, dass C ausschließlich der martensitischen Härtung dient und harte Boride als Hartphasen in Werkzeugstählen nutzbar gemacht werden. Die Bildung von Karboboriden steht diesem Konzept im Wege. In der vorliegenden Arbeit wird im Zuge der Weiterentwicklung des Legierungssystems eine Wechselwirkung der Legierungselemente Wolfram (W) und C im Verlauf der Wärmebehandlung unter Berücksichtigung der Mikrostrukturbildung untersucht. Das Hauptziel besteht darin, den Einfluss verschiedener Wärmebehandlungen auf die C-Gehalte der martensitischen Matrix in verschieden W-legierten hoch Bor-haltigen Kaltarbeitsstählen zu untersuchen. Hierzu werden Laborschmelzen abgegossen, rundgehämmert, austenitisiert und abgeschreckt. Eine Mikrostruktur- und Phasenanalyse findet mittels Rasterelektronenmikroskopie und Elektronenrückstreubeugung (EBSD) sowie mittels Röntgendiffraktometrie (XRD) statt. Im Fokus der Untersuchungen stehen zudem die Messungen lokaler C-Gehalte von martensitischer Matrix und Hartphasen mittels wellenlängendispersiver Röntgenspektroskopie (WDX) unter Nutzung der Kalibrierkurven-Methode nach DIN ISO 16592. Die Ergebnisse werden unter Berücksichtigung thermodynamischer Gleichgewichtsberechnungen diskutiert.