13–15 Sept 2023
Montanuniversität Leoben
Europe/Vienna timezone

Hugo Junkers- Von der Heiztherme zum Ganzmetallflugzeug Teil 2

14 Sept 2023, 15:15
20m
Erzherzog Johann Hörsaal

Erzherzog Johann Hörsaal

Oral Presentation Präparationstechniken aller Materialklassen für störungsfreie Gefüge-Kontrastierung Tomographie und 3D Gefügeanalyse & Gefügeuntersuchungen zur Bewertung von Schadensfällen

Speaker

Heinz-Hubert Cloeren (Cloeren Technology GmbH)

Description

In diesem Vortrag geht es um die Geschichte von Hugo Junkers und die Entwicklung des Ganzmetallflugzeuges.
Hugo Junkers gründete 1895 in Dessau die Firma Junkers & Co. und war bis 1932 Eigentümer der Junkers Motorenbau GmbH und Junkers Flugzeugwerk AG. Anfänglich als Konstrukteur von Gasthermen bekannt, entwickelte Junkers als Hochschullehrer und Forscher, Ingenieur und Unternehmer grundlegende Neuheiten im Flugzeugbau, wie Ganzmetallbau und gewellte Struktur.
Daneben stellte sein Konzern auch Flugmotoren her. Er gründete die Fluggesellschaft Junkers Luftverkehr AG, die 1926 aufgrund erheblicher finanzieller Schwierigkeiten und auf Druck der Reichsregierung mit dem Deutschen Aero Lloyd zur Lufthansa fusionierte. Infolge der Weltwirtschaftskrise gerieten die Werke 1932 erneut in finanzielle Schwierigkeiten. Da er als Demokrat und Pazifist den Nationalsozialisten im Wege stand, wurde er 1933 enteignet und erhielt Stadtverbot für Dessau. Er wurde gezwungen, angeblich um sich wissenschaftlicher Forschung zuzuwenden, die Leitung seiner Werke aufzugeben und sich nach Bayrischzell in Bayern zurückzuziehen.
Zwei Jahre später starb er an seinem 76. Geburtstag und wurde anschließend auf dem Waldfriedhof in München beerdigt. Interessant ist, dass Herr Hugo Junkers sich mit der Herstellung eines Ganzmetallflugzeuges beschäftigte und es auch herstellte. In diesem Vortrag geht es hauptsächlich um den Werkstoff Aluminium und seine Legierungen, die in einem Ganzmetallflugzeug in den Junkers Werken verarbeitet wurden.
Dabei wurden verschiedene Bauteile aus einer Junkers 87 und aus dem Motor JUMO211 materialographisch untersucht. Dazu wurde an allen vorliegenden Bauteilen einer Funkenspektroskopie zur Ermittlung der Werkstoffzusammensetzung durchgeführt.
Die ermittelten Werkstoffzusammensetzungen wurden dann mit vorliegenden Datenblättern aus dem Fliegwerkstoff Handbuch vom Reichluftfahrtministerium Technisches Amt verglichen, um die originale Werkstoffbezeichnung von vor 1945 mit den heutigen Bezeichnungen zu vergleichen. Um noch mehr werkstoffliche Kennwerte zu bekommen, wurden Zugversuche an den Bauteilen durchgeführt, soweit diese es zuließen, eine DIN- Zugprobe zu entnehmen. Die Flugzeugbauteile stammen aus abgestürzten Junkers Flugzeugen verschiedener Fundorte in Deutschland. Alle ermittelten Kennwerte wurden daraufhin mit den heutigen verarbeiteten Flugzeugwerkstoffen (hauptsächlich die Aluminiumlegierungen) verglichen

Author

Heinz-Hubert Cloeren (Cloeren Technology GmbH)

Presentation materials