23–25 Sept 2026
Technical University of Leoben
Europe/Vienna timezone

Metallographische Untersuchungen an hallstattzeitlichen Eisenteilen und Überlegungen zu den Anfängen der Eisenmetallurgie

24 Sept 2026, 15:20
20m
Auditorium (Montanuniversität Leoben)

Auditorium

Montanuniversität Leoben

Vortrag Mikroskopische Charakterisierung von Werkstoffen Session (T2) - Mikroskopische Charakterisierung von Werkstoffen

Speaker

Prof. Roland Haubner (TU Wien)

Description

Die Eisenzeit beginnt in Österreich ca. 800 v. Chr. und endet mit der römischen Okkupation 15 v. Chr. Die Eisenzeit wird weiter unterteilt in die Hallstattzeit (Ha C, 800–620 v. Chr; Ha D1–D3, 620–450 v. Chr) und die Latènezeit (450–15 v. Chr).
Verschiedene Eisenfundstücke, welche Ha C zugerechnet werden, konnten metallographisch untersucht werden. Bei der Gefügeinterpretation muss der Werdegang des jeweiligen Fundstücks berücksichtigt werden, welcher aber üblicherweise nicht bekannt ist. Gewisse Gefügestrukturen können dem Eisen-Reduktionsprozess zugeordnet werden, andere den Verformungsprozessen und wieder andere allfälligen Bestattungsritualen, wie der Kremierung.
Es wurde nahezu kohlenstofffreies Eisen gefunden, welches bandförmige Verformungsstrukturen aus der Formgebung aufweist. Ferritisch-perlitische Gefüge zeigen, dass während der Herstellung, der Verformung oder der Kremierung, Kohlenstoff ins Gefüge aufgenommen wurde. Sogar das Härtegefüge Zwischenstufe wurde nachgewiesen.
Aufgrund der kohlenstofffreien beziehungsweise -armen Gefüge ist anzunehmen, dass Das verwendete Eisen bei niedrigen Temperaturen hergestellt wurde. Dies würde bedeuten, dass es vor dem Rennfeuer (Prozesstemperatur um 1147 °C) noch einen einfacheren Prozess der Eisenherstellung gab, der bei niedrigeren Temperaturen (um, bzw. kleiner 911 °C) arbeitete. Es werden Überlegungen angestellt, wie dieser Reduktionsprozess stattgefunden haben könnte.

Author

Prof. Roland Haubner (TU Wien)

Co-author

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