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Dieser Betrag soll einen Einblick bieten was sich in den letzten Jahren für die Metallographie bei Verbrauchsmaterialien und Ätzmitteln verändert hat. Manchen Themen bekommen die Metallographen nur am Rand mit, wenn z.B. ein Einbettmittel nicht mehr auf dem Markt ist oder das namentlich bekannte Einbettmittel seine Eigenschaften verändert hat und nicht mehr die vielleicht Jahrzehnte gewohnten Qualitäten erreichen kann. Hier kann im ersten Schritt ein Blick auf die Sicherheitsdatenblätter helfen, um zu erkennen, dass die Chemie verändert wurde. Dieses ist in erster Linie durch gesetzliche Veränderungen beim Umgang der Verwendung mit bestimmten Chemikalien oder ihr Verbot in der Anwendung erklärbar.
Aber auch das gestiegene Bewusstsein in den Unternehmen bzgl. Arbeitssicherheit verändert die Arbeit von Metallographen. Hier kann als Beispiel der Umgang mit Flusssäure genannt werden. Dieses führt zum Beispiel bei Titanwerkstoffen immer wieder zu Diskussionen, ob es Alternativen mit gleichwertigen Ergebnissen gibt. Und hier gibt es bereits im Ätzbuch von G. Petzow seit 1976 eine Wischätzung, die in der aktuellsten Ausgabe von 2015 mit Ti m2 (10ml 40%ig KOH + 5ml 30%ig H2O2 + 20ml dest H2O) benannt ist [1]. Watermeyer, et al. haben auf den Metallographie-Tagungen 2015 und 2017 ebenfalls Alkalilaugen mit Wasserstoffperoxid oder Alkalilauge mit Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) als mögliche Ätzlösungen vorgestellt [2,3]. Diese Alternativen haben sich im Laboralltag für das Ätzen von Titanwerkstoffen jedoch bisher nicht durchsetzen können. Die Autoren haben 2016 mit einem Augenzwinkern auf der Metallographie-Tagung alternativen aus Küche und Bad vorgestellt [4]. Hier war der Hintergrund auf harmlosere Möglichkeiten für die Gefügedarstellungen hinzuweisen. M. Thies hat folgend in regelmäßigen Abständen auf Metallographie-Tagungen auch Labortaugliche Lösungen vorgestellt. Aufgrund dieser Vorträge wurden die Autoren immer wieder auf neue Lösungen für die verschiedensten Werkstoffe angesprochen. Die Ätzungen mit Meridol® Mundspülungen an Aluminiumwerkstoffen funktionierten eine ganze Zeitlang bis hier die Rezepturen verändert wurden. Dieses motivierte die Autoren neue labortaugliche Lösungen zu entwickeln, die das Arbeiten im Matallographie-Labor sicherer mit reproduzierbaren Ergebnissen machen soll.
[1] Petzow, G.; Metallographisches, Keramographisches, Plastographisches Ätzen, 7. Auflage (2015), Gebrüder Borntraeger Stuttgart S. 181
[2] Watermeyer, P., Probst, R., & Kelm, K. (September 2015). Das alternative metallographische Ätzen von Titanlegierungen ohne Flusssäure. Praktische Metallographie, S. 147-152.
[3] Watermeyer, P., Probst, R., & Kelm, K. (September 2017). Das metallographische Ätzen von Titanlegierungen mittels alkalischer Lösungen. Praktische Metallographie, S. 215-220
[4] Thies, M., Cloeren, H.-H., (September 2016). Möglichkeiten der Gefügedarstellung mit Ätzlösungen aus Küche und Bad, Fortschritte in der Metallographie; S. 99-106