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Description
In der Arbeit wird gezeigt, wie die Fertigungstechniken, die zur Herstellung eines Degens aus der frühen Neuzeit verwendet wurden, auf Basis von metallographischen Prozessen abgeleitet werden können. Bislang wurden Fragmente und archäometallurgische Funde mit zerstörungsfreien Methoden analysiert. Diese Methoden liefern jedoch keine Informationen über die mechanischen Eigenschaften oder die Mikrostruktur des Materials. Erstmalig wurden zerstörungsfreie und zerstörende Verfahren kombiniert, um die Zerstörung des Artefakts zu minimieren aber dennoch die notwendigen Informationen zu erhalten. Mithilfe verschiedener metallkundlichen Analysemethoden konnten neue Einblicke in die innere Struktur des Schwertes gewonnen werden, so dass sich Rückschlüsse auf den Herstellungsprozess ziehen ließen.
Die Untersuchungen ergaben deutliche Unterschiede zwischen den Segmenten des Schwertes: Während der Knauf hauptsächlich aus einer ferritischen Struktur mit zahlreichen Schlackeneinschlüssen besteht, wurde in der Parierstange eine ferritisch-perlitische Struktur identifiziert. In der Schneide wurden ferritisch-martensitische Strukturen mit hoher Härte festgestellt, was auf eine gezielte Wärmebehandlung hindeutet. Darüber hinaus wurden Korrosionserscheinungen wie Lochfraß festgestellt. Die Erkenntnisse verdeutlichen insgesamt, dass hohe technologische Fertigkeiten notwendig waren, um den Degen zu fertigen.