23–25 Sept 2026
Technical University of Leoben
Europe/Vienna timezone

Einblick in die Fertigungstechniken der frühen Neuzeit: Untersuchung eines Degenfragments unter Anwendung von metallkundlichen Analysemethoden

23 Sept 2026, 17:58
1m
Foyer Posterwände (Montanuniversität Leoben)

Foyer Posterwände

Montanuniversität Leoben

Poster Postersession

Speaker

Nefeli Klonis (Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V.)

Description

In der Arbeit wird gezeigt, wie die Fertigungstechniken, die zur Herstellung eines Degens aus der frühen Neuzeit verwendet wurden, auf Basis von metallographischen Prozessen abgeleitet werden können. Bislang wurden Fragmente und archäometallurgische Funde mit zerstörungsfreien Methoden analysiert. Diese Methoden liefern jedoch keine Informationen über die mechanischen Eigenschaften oder die Mikrostruktur des Materials. Erstmalig wurden zerstörungsfreie und zerstörende Verfahren kombiniert, um die Zerstörung des Artefakts zu minimieren aber dennoch die notwendigen Informationen zu erhalten. Mithilfe verschiedener metallkundlichen Analysemethoden konnten neue Einblicke in die innere Struktur des Schwertes gewonnen werden, so dass sich Rückschlüsse auf den Herstellungsprozess ziehen ließen.
Die Untersuchungen ergaben deutliche Unterschiede zwischen den Segmenten des Schwertes: Während der Knauf hauptsächlich aus einer ferritischen Struktur mit zahlreichen Schlackeneinschlüssen besteht, wurde in der Parierstange eine ferritisch-perlitische Struktur identifiziert. In der Schneide wurden ferritisch-martensitische Strukturen mit hoher Härte festgestellt, was auf eine gezielte Wärmebehandlung hindeutet. Darüber hinaus wurden Korrosionserscheinungen wie Lochfraß festgestellt. Die Erkenntnisse verdeutlichen insgesamt, dass hohe technologische Fertigkeiten notwendig waren, um den Degen zu fertigen.

Author

Nefeli Klonis (Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V.)

Co-authors

Prof. Michael Prange (Technische Hochschule Georg Agricola) Dr Romina Krieg (Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V.) Dr Sixt Wetzler (Deutsches Klingenmuseum)

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